DNMKmusic

Magazin für elektronische Musik

Archive for Juni, 2009

Rolf Maier Bode – Thirteen Stories

Posted by Livic On Juni - 27 - 2009

Thirteen Stories Ich habe lange überlegt, ob ich die Aufmachung des Artikels über Rolfs neues Album mit der persönlichen Anekdote verbinde oder nicht. Die Frage stellte ich mir in erster Hinsicht bezüglich der Objektivität. Ich dachte, um eine gute Rezension abgeben zu können, sollte ich die Objektivität durch das fehlende, persönliche Moment bevorzugen. Da es aber um Musik geht, ist das absoluter Schwachsinn und der Tatbestand, dass ich Mitte der Neunziger von praktisch allem was von ihm unter dem Pseudonym RMB raus kam abfuhr, würde den Schwachsinn komplett machen.

Die Rave-Euphorie in der genannten Mitte der Neunziger war einer der Höhepunkte des Acts RMB, der von Rolf und seinem ehemaligem Partner Farid  gestaltet wurde. RMB brachte für mich so unvergesslich gute Nummern wie Love is an ocean, Spring oder Reality heraus. Die mit klarem Bezug zum Genre Rave auch oft mit klassischen Komponenten, in den meisten Fällen einem Klavier, kokettierten. Wobei man bei dem Begriff Klavier auch schnell wieder an das stereotype Ravepiano denkt.

Nun denn, die 90iger sind vorbei. RMB haben sich aufgelöst und Rolf orientierte sich musikalisch neu, irgendwie persönlicher – zumindest gefühlt – und die daraus entstehende Musik wird schon im Schaffungsprozess sehr öffentlich und intensiv von ihm in seinem Blog besprochen und einige Entscheidungen wie auch Randerscheinungen wurden dort dargestellt, so dass man als Leser tatsächlich sehr schnell tiefe Einblicke in das Geschehen der Albumproduktion bekam. Die für einen Künstler eher ungewöhnliche Art der direkten Kommunikation mit den Musikliebhabern erschließt sich aber, wenn man bedenkt, dass Rolf sich schon im Vorfeld nicht durch eine Plattenfirma einschränken lassen und im Prozess der Musikschaffung keinen Kompromiss durch kommerzielle Beweggründe zulassen wollte.

Das Album präsentiert unter dem Titel “Thirteen Stories” eben genau dies, dreizehn Geschichten, die in sich dramaturgisch durch gewisse Momente gehen. Wobei man nur erahnen kann, was Rolf beim erstellen dachte. Unabhängig davon schaffen es die Titel einen so einzufangen, dass man sich schnell leicht kopfwippend oder auch melancholisch schwelgend beim Hören erwischt. Das Album folgt keinem festen Genre und ist tatsächlich eher songorientiert aufgebaut, wobei keine bzw. wenige Vocals verwendet wurden.

Ein paar Tracks erinnern mit gewissen Sounds vage an Rave, zeigen aber auch die Weiterentwicklung von Rolfs Musik und im weiteren Verlauf die Unabhängigkeit zu der inzwischen eher negativ belegtem Schublade. Zwar ist eine gewisse Grundmelancholie in den Tracks zu hören, die sich oft sehr energetisch aufbaut und zu einem treibenden Track wird, aber jegliche Schublade wie Trance, Rave oder Progressive wären hier falsch angebracht.

Im Resümee präsentiert Rolf mit dem Album ein eher ungewöhnliches Stück elektronische Musik, das neben vielen Facetten vor allem mit einer gekonnten Umsetzung zeigt wie Musik sich weiter entwickeln kann. Die dreizehn Geschichten stehen tatsächlich für sich selbst, geben aber auch in der Summe das Konzept der Geschichtenerzählung sehr gut wieder.

Wer Freund eher progressiver und vielleicht leicht tranceorientierter Musik ist, um dann doch wieder die Schubladen zu bemühen, sollte sich mit dem Album auseinander setzen. Einige Hörproben kann man auf Rolfs Seite hören und bei Gefallen kann man das Album für je 15€ plus 2,90€ Versand gleich direkt ordern.

Meine persönlichen Lieblingstracks sind Liquid Rite, Muxed und All In… Und bezüglich der oben erwähnten, persönlichen Anekdote, schaut auf mein privates Blog, der letzte, unten aufgeführte Link!

www.rolfmaierbode.com
www.rolfmaierbode.com/blog/
www.macmagazin.de/5812/wer-ist-eigentlich-rolf-maier-bode/
www.depechemode.de/electro/2009/05/im-interview-rolf-maier-bode-verlosung/
www.beatblogger.de/2009/05/interview-mit-rolf-maier-bode-ehem-rmb/
www.feierei.de/rolf-maier-bode-thirteen-stories-eigenvertrieb/2009/03/31/
wp.florianbreidenbach.de/2009/04/24/rolf-maier-bode-thirteen-stories-album/
www.muschisuppe.com/2009/04/01/yay-livics-erster-richtiger-gig/

Festivalsommer: Sea of love 2009

Posted by Livic On Juni - 27 - 2009

Der Festivalsommer ist schon seit einiger Zeit gestartet und aktuell hüpft Team Dynamique Member und DNMK’ler Tagedieb auf der Fusion 2009 zu Steve Bug, Krause Duo, dem 3. Raum und einigen anderen. Wer aber – wie ich – arbeiten muss und sich neben dem Fusionradio (das man eh nur im Einzugsgebiet hören kann) auch mit Bewegtbildern eines Festivals versorgen möchte, der kann morgen bei den Kollegen von Zaplive den Sea of love von Endless Events live sehen.

Der Titel des Events klingt nach leicht prolligem und freizügigem Rave. Was man anhand des Trailers auch unterschreiben kann. Dank des eher mauen Wetters (bewölkte 17-24 Grad) am Sonntag wird es wohl weniger Tangaärsche geben, als der Trailer ankündigt. So kann man sich als aktiver (vor Ort) oder passiver (vor dem Schirm) Teilnehmer mehr auf die Musik von u.a. Digitalism, Lexy & K-Paul, Monika Kruse, Turntablerocker, Anthony Rother, Tiefschwarz und einigen anderen konzentrieren.

Der von Big City Beats gesponserte Event startet um 10 und geht bis ca. 22.30. Wer in Freiburg ist, sollte für schmale 28€ den Eintritt zum Tunisee in Betracht ziehen, für alle anderen gilt zuschauen. Entweder gleich hier, oder auf zaplive.tv.

www.seaoflove.de

Big Tent Area, ab 14 Uhr für eine Stunde

Seebühne, ab 15:15 Uhr für 4 Stunden

Big Tent Area, ab 18:30 Uhr für eine Stunde

Seebühne, ab 19:45 Uhr für 1 2/3 Stunde

Weil es eigentlich um Musik gehen sollte!

Posted by Livic On Juni - 18 - 2009

flyer Ok, Urheberrechte gehören gewahrt, in gewisser Art und Weise. Aber die Mechanismen der deutschen Urheberrechtsgesetze sind antiquiert und nicht mehr zeitgemäß. Das die GEMA mit ihrem Vermutungsprinzip die Veranstalter nötigt und Künstler sich mit ihren Veröffentlichungen schon fast von der GEMA abhängig machen, ist nicht mehr im Sinne der Kunst oder dem Verlangen die Menschen mit seiner Musik zu erreichen und für sein Werk anständig entlohnt zu werden.

Ich zitiere kurz das aktuelle Stammheim-Newsletter, in dem kurz erläutert wird wie die Gelderverteilung bei der GEMA aussieht:

Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen.

Nun plant die GEMA eine Erhöhung der Lizenzgebühren für Liveveranstaltungen um 600%. Wohl als Reaktion auf den schrumpfenden Musikmarkt und die steigenden Umsätze bei Liveveranstaltungen. Die etablierten Künstler klagen ja des öfteren der GEMA, dass sie zu wenig Geld eintreiben und im Umkehrschluss soll nun die 600%-Erhöhung den Grönemeyers der A… egal!

Daher meine Bitte sich an dieser Petition zu beteiligen, um ein Zeichen gegen diese Willkür zu setzen und es kleinen Veranstaltern nicht unmöglich zu machen ihrem Publikum weiterhin gute und ansprechende Musik zu präsentieren. Weitere Infos zu der GEMA-Änderung erfahrt ihr im Petitionstext. Die Anmeldung dort geht schnell und unkompliziert und ihr helft im besten Fall der individuellen Musik!

Wer darüber hinaus mit dem derzeitigem Modell der Urheberrechtswahrung nicht einverstanden ist, sollte sich das Programm der Piratenpartei anschauen. Klar, der Name ist bescheuert, allerdings bringen die es mit ihrer “Reform des Urheberrechts” auf den Punkt und sind gewillt Missstände auszumerzen. Dabei geht es in keinster Weise um die Abschaffung der GEMA oder des Urheberrechts, sondern u.a. um eine gerechtere und sinnvollere Verteilung der Gelder, so dass auch Independantkünstler ihren gerechten Lohn für ihre Mühe erfahren.

[via Stammheim Newsletter]

[11.06.09] Studentenclub, Alte Bürger Bremerhaven

Posted by Dimi On Juni - 8 - 2009

Studenten Club mit DimiUnter dem Motto “Rettet Kuba, trinkt Havana Club” finden sich am 11.06. wieder die Jungs des Bremerhavener Studentenclubs zusammen. Dieses mal wieder im Repertoire, Uns Dimi. Hat er doch auf den vergangenen Events an der Hochschule oder im Kühlhouse Abwechslung ins Programm gebracht, schreit man nun nach seiner Art der Abwechslung, um es zum Programm zu machen.

Wie gewohnt geht es mashig durch die Genres und im besten Fall zieht ihr euch die Hosen aus.

Viel Spaß auf dem Studentenclub in der Flavour’s Lounge Bremerhaven!

bildschirmfoto-2009-06-06-15-58-54

Im Rahmen der Langen Nacht der Kultur in Bremerhaven legt DNMKmusics Minimal und Deep House Duo “Schallkombinat” heute Abend bei punkt 04 in der Rudloffstraße 111, Halle 4 in Bremerhaven von experimentellen, elektronischen Klängen bis hin zu den Sounds aus Berlin und Hamburg alles auf, was das Herz begehrt. Hierbei werden szenische Lesungen des Bremerhavener Autors Heiko Kleinhanns untermalt.

Mehr dazu im Pressetext:

4 Stunden mit 4 szenischen Lesungen des Bremerhavener Schriftstellers Heiko Kleinhanns. Begleitet vom Kreativ-Team des „punkt.04“ mit 4 Sinnesreizen. Seh-, Hör-, Geschmacks- und Gemeinschaftssinn werden betroffen sein. Im „punkt.04“ in der Rudloffstraße 111 werden am 6. Juni zur „Langen Nacht der Kultur“ die Türen für eine vierfache Sinneserfahrung geöffnet. Zu jeder Stunde wird der Bremerhavener Autor und Lyriker Heiko Kleinhanns Expressives und Schräges für die Ohren präsentieren.

Die Hörsinne werden zwischendurch mit Soundscapes eines Klangtüftlers verwöhnt. Visuelles zeigt das Team des „punkt.04“ in Form kunstvoller Sehinstallationen zum „Thema Sinne, Foto- und Videografie.“
Alle Besucher können auch selbst vor der Kamera agieren und zu Kunst werden. Die 4 Mitglieder des Kreativ-Teams Markus Abeling, Kirstin Jüstel, Kai Martin Ulrich und Nils Thies lichten Körperteile für eine Jahrhundert-Collage ab.

Im Wechsel der Wahrnehmungen werden die Gäste im „punkt.04“ reizvolle Momente im Rahmen der „Langen Nacht der Kultur“ verbringen können.

Einlass: 18:04 Uhr

Beginn der ersten Lesung 19:04 Uhr, dann im Stundentakt jeweils 20:04 Uhr, 21:04 Uhr, 22:04 Uhr. Danach audio-visuelles Erleben mit dem “Schallkombinat” – DJ Einklang, DJ Loco Garcia (Berlin, Belgrad, Bremerhaven) in der Premiere des “Club.04″ mit open end

Quellen:
Lange Nacht der Kultur
punkt.04