Weil es eigentlich um Musik gehen sollte!

flyer Ok, Urheberrechte gehören gewahrt, in gewisser Art und Weise. Aber die Mechanismen der deutschen Urheberrechtsgesetze sind antiquiert und nicht mehr zeitgemäß. Das die GEMA mit ihrem Vermutungsprinzip die Veranstalter nötigt und Künstler sich mit ihren Veröffentlichungen schon fast von der GEMA abhängig machen, ist nicht mehr im Sinne der Kunst oder dem Verlangen die Menschen mit seiner Musik zu erreichen und für sein Werk anständig entlohnt zu werden.

Ich zitiere kurz das aktuelle Stammheim-Newsletter, in dem kurz erläutert wird wie die Gelderverteilung bei der GEMA aussieht:

Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen.

Nun plant die GEMA eine Erhöhung der Lizenzgebühren für Liveveranstaltungen um 600%. Wohl als Reaktion auf den schrumpfenden Musikmarkt und die steigenden Umsätze bei Liveveranstaltungen. Die etablierten Künstler klagen ja des öfteren der GEMA, dass sie zu wenig Geld eintreiben und im Umkehrschluss soll nun die 600%-Erhöhung den Grönemeyers der A… egal!

Daher meine Bitte sich an dieser Petition zu beteiligen, um ein Zeichen gegen diese Willkür zu setzen und es kleinen Veranstaltern nicht unmöglich zu machen ihrem Publikum weiterhin gute und ansprechende Musik zu präsentieren. Weitere Infos zu der GEMA-Änderung erfahrt ihr im Petitionstext. Die Anmeldung dort geht schnell und unkompliziert und ihr helft im besten Fall der individuellen Musik!

Wer darüber hinaus mit dem derzeitigem Modell der Urheberrechtswahrung nicht einverstanden ist, sollte sich das Programm der Piratenpartei anschauen. Klar, der Name ist bescheuert, allerdings bringen die es mit ihrer “Reform des Urheberrechts” auf den Punkt und sind gewillt Missstände auszumerzen. Dabei geht es in keinster Weise um die Abschaffung der GEMA oder des Urheberrechts, sondern u.a. um eine gerechtere und sinnvollere Verteilung der Gelder, so dass auch Independantkünstler ihren gerechten Lohn für ihre Mühe erfahren.

[via Stammheim Newsletter]

Comment (1)

  1. Zero wrote::

    Schöner Repost… besser als meiner! Und den Flyer werde ich bei mir auch noch hinzufügen, wie konnte ich das vergessen ;)

    Donnerstag, Juni 18, 2009 at 14:43 #