[Im Test] Samsung M7600 Beat DJ Handy

M7600 splash-blue 45 Headset highVorweg, ich habe eindeutig mehr erwartet, denn Samsung ist für mich gerade einer der Hersteller, die Trends aufgreifen und in guten und durchdachten Geräten verarbeiten. So war auch das M7600 für mich ein interessanter Kandidat, als ich es erstmalig in der Werbung sah. Wobei mir die Werbung schon die Zielgruppe hätte verraten sollen…

Die für mich interessanten Kerndaten waren, als ich es denn in den Händen hielt: ein proprietäres (geschlossenes) System. Somit ist die Erweiterung durch Anwendungen nicht möglich. Heutzutage ist es selbst für Symbian S60 möglich einige Anwendungen für zB twitter zu bekommen und Android, sowie das iPhone machen vor wie es gehen muss.

Somit war ich auch schon von vorn herein enttäuscht und wurde es im Weiteren als ich mich der DJ-Funktionalität annahm. Durch die wohl weniger zufällige Ähnlichkeit zum Pacemaker nahm ich an, dass man auch mit dem M7600 Tracks ineinander mischen kann. Allerdings ist das Beat DJ Gerät nur in der Lage einzelne Tracks durch Scratches (die eher schlecht und ungenau umgesetzt werden können), Samples (die man praktisch nur punktgenau punchen kann, wenn man sie einen Augenblick zu früh auslöst, was aber in der Umsetzung nicht möglich ist) und Effekten, die zwar teilweise recht gut sind, aber oft auch genau gesetzt werden müssten, um anspruchsvoll zu klingen.

Das grundsätzliche Problem wird wohl das AMOLED-Display sein, das Drückversuche oft nicht korrekt umsetzt bzw. es auch eine spürbare Verzögerung gibt, bis die gewünschte Aktion nach dem Drücken ausgelöst wird.

Somit habe ich schon mal die vermeintlichen Grundeigenschaften des Gerätes zerrissen. Kommen wir zu den Weiteren: Das Gerät macht einen soliden Eindruck, wenn auch die Tastensperre (Schieberegler an der Seite) und der Akkudeckel (gibt einem das Gefühl abgebrochen werden zu müssen) gewöhnungsbedürftig sind. Die Menüführung ist aufgrund ihrer Einfachheit schon recht intuitiv, verwirrt aber meiner Ansicht nach durch Symbole, die ich anfänglich für Apps hielt, sich aber als Links heraus stellten. Das Touchdisplay ist, wie schon erwähnt, nicht das gelbe von Ei, was sich einem auch oft in der Bedienung offenbart. Kurz nach dem M7600 hatte ich ein HTC Magic in der Hand, da läuft das runder!

Mein Insgesamteindruck ist: Das Handy wirbt als DJ-Maschine mit Bang & Olufsen Komponenten dafür in Großstädten terroristische Audioanschläge in öffentlichen Verkehrsmitteln zu vollziehen. Die Klientel, die sich bisher Bushido & Co. auf plärrenden Handys anhörten, haben nun eine weitere Facette des nervtötenden Alltagsstreß, wenn sie sich denn das Gerät leisten kann. Auf der Straße ist für einen Preis zwischen 250 und 300 Euro zu bekommen, mit Vertrag wird es entsprechend für 1 Euro zu haben sein.

Es bleibt zu hoffen, dass das Gerät ganz schnell im Untergrund verschwindet und Geräte wie der Pacemaker als DJ-Device (ohne Telefonkomponente) keine weiteren Kopien bekommen. Sorry Samsung! Macht lieber Telefone wie das Galaxy und schafft euch gute Alleinstellungsmerkmale durch durchdachte Applikationen, die einem Nerd weiterhelfen, oder im Fall einer DJ-App auch wirkliches Auflegen möglich machen.

Die technischen Details des Gerätes findet ihr hier! Zum Abschluss noch ein kleines Video von der Testbank (der Ton ist leider sehr leise, bitte aufdrehen), welches ihr auf Facebook sehen könnt!

Edit: Bevor ich es vergesse… Wenn man das Telefon als reines Telefon nutzen möchte, kaum Wert auf Onlineanwendungen legt und ein relativ hübsches Handy mit einem einigermaßen, guten Handling sowie anständiger Telefonqualität haben möchte, zudem noch die Geduld hat sich auf das Touchdisplay einzustellen… Dem dürfte das Handy zusagen.