[Spotlight] Buraka Som Sistema

Kuduro? Buraka? Znobia? Wegue Wegue? Wer in letzter Zeit in der Nähe der DNMKheads stand und ihren Gesprächen gelauscht hat dürfte denken, dass mit den Jungs was nicht richtig ist. Neue Sprache? Oder doch Rückfall in prepubertäre Kindergartensprechzeiten zwecks massiver Überfeierung?

Buraka Som Systema

Nun, wie so häufig liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Gelegentlich. In diesem Fall ist es eher wieder der Fall, dass DNMK mal wieder Vorreiter in Sachen Trends und Musik ist und die ersten waren, die nach Baile Funk im Norden auch den Kuduro auf die Tanzflächen gebracht haben. Und das in Form der portugiesisch-angolanischen Band “Buraka Som Sistema”, die wir euch mitsamt ihrer Musik heute Mal ein wenig näher bringen wollen. Leser mit guten Geographiekenntnissen, portugiesischer Staatsbürgerschaft oder einem latenten Hang an Namensforschung werden bereits wissen, wobei es sich um Buraka und Kuduro handelt. Der Name der Band leitet sich von einem Stadtteil in Lissabon, Amadora ab. Dort, in Buraca, wohnt die Mehrzahl der angolanischen Einwohner in Lissabon was auch den Nährboden der in den 80er Jahren in Angola entstandenen Musikrichtung Kuduro erklärt. Som Sistema steht hierbei für eine – nunja, zugegebenermaßen – eher dürftige portugiesische Übersetzung des englischen Soundsystems.

MC Pongolove

Buraka Som Sistema (BSS) sind ein 2006er Zusammenschluß diverser Tanzer, Rapper und DJs, die ihre Ursprünge allesamt in unterschiedlichen Musikstilen wie Drum ‘n Bass, Rap, Electro als auch Kuduro wiederfinden. Zum Kernteam gehören hierbei Lil’ John (nein, nicht der YEEEEEAHHH!!! OOOOOKAAAAAY! Typ), Conductor, DJ Riot und Kalaf. Auf den Livetouren werden diese ergänzt vom weiblichen MC Pongolove, die nicht nur einen Ohren- sondern auch einen Augenschmauß darstellt. Diese Truppe wird um viele Künstler aus aller Welt erweitert, so finden sich auf dem “Black Diamond” Album unter anderen Gastbeiträge von M.I.A., Puto Prata, DJ Znobia, Saboros als auch Baile Funk Urgestein Deize Tigrona.

Buraka Som Systema - Blood Diamond

Wir von DNMK hatten auf dem Melt! die Freude, diese Combo live zu erleben und hiermit sei jedem empfohlen, der die Chance dazu hat: Nutzt sie. Noch nie habe – ich zumindest – solch eine Energieleistung auf der Bühne und von dort überspringend auf das Publikum erleben dürfen. Und dabei wohnte ich schon Live Gigs von Metallica, Slipknot, Destiny’s Child, Bushido und den Beach Boys bei. Vergleichbar sind für mich hier nur The Prodigy.

Kuduro, was frei übersetzt etwas wie “harter Arsch” bedeutet und im Tanzstil schwer von – ob man es glaubt oder nicht – Jean-Claude van Damme beeinflusst ist, ist musikalisch schwer zu fassen. In der Originalform eher schwerer zugänglich für unsere westliche geschulten Ohren, ist es dank BSS zu einer Mischung aus Electro, angolanischer Stammesmusik und Rap verschmolzen. Mittlerweile finden auch immer mehr europäische Stilelemente Einfluss in die Musik und Remixe von BSS, was nicht zuletzt im Track “R.I.A.D.” gipfelte, eine Kuduro Neuauflage des Snap Klassikers “Rhythm is a Dancer”.

Viel ist nun geschrieben über Kuduro und Buraka. Aber sprechen lassen sollte man, doch gerade bei einem Musikthema, die Musik. Das “Black Diamond” Album von Buraka sollte für jeden so oder so einen Pflichtkauf darstellen. Wer aber zunächst ein Mal Zugang zur Musik finden will, dem sei das kostenlose Mixtape von BSS namens “Blood Diamond Mixtape” empfohlen. Dies bietet ein buntes Mash-Up aus Remixen, Eigenkreationen und völlig unerwarteten, aber Themebezogenen Stücken die bereits ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Somit bietet das Mixtape auch einen tollen Einblick in die Liveshows von Buraka.

Blood Diamond Mixtape

Also, tune in and dance your ass off – denn dieser Sound erwartet euch unter anderem auf von DNMK bespielten Tanzflächen! Weiterführende Links:
BSS Homepage
Enchufada Store
BSS @ MySpace
BSS @ Facebook
DJ Znobia @ MySpace