Midi-Controller – Ein Rundumschlag

Annähernd täglich kommt ein neuer Controller auf den Markt, von dem gesagt wird, dass genau dieser den Ansprüchen eines DJs gerecht wird. Wenn man etwas zurück blickt, sieht man eine ganze Herde von Controllern, die spärlich versuchen ein DJ-Setup nachzuempfinden. Mir ist es noch immer schleierhaft, warum Jog-Wheels die große Erlösung sein sollen?

Es geht aber auch weit ab vom Gemini und so weiter Controller-Markt mit gut durch- oder bedachten Geräten ab. In erster Linie kommen wir da derzeit nicht am X1 oder Maschine von Native Instruments vorbei, welche mit guten Marketing-Ideen ein sehr gutes Standing haben. Man schnappt sich Richie, lässt ihn damit in einem verwackelten Video auflegen und später, wenn schon alle nass sind, kommt ein Rafik daher und zeigt, dass man Maschine als Midi-Controller für Cue-Points nutzen kann. Dass das Gerät weitaus mehr kann, sollte den meisten bewusst sein.

Nun stellt sich die Frage nach dem Anspruch eines Controllers? Wobei ich mich ja immer frage “Brauche ich überhaupt einen?”. Ja, aber nicht um nur damit die Hauptarbeit zu machen. Was Richie und ich schon seit jeher machen (er), oder machen wollten (ich), ist es, dass man einen Midi-Controller als Sidekick nutzt. Der Hawtin hat sich eine Armada Xones aufs Pult gebaut (wer hat, der hat, kann man dann auch ruhig zeigen) und ich bastelte mit meinem Nuo 4 rum, um damit die Decks drei und vier zu steuern.

Nun ist das Nuo 4 eher suboptimal. Es gibt nur XP-Treiber, manche Elemente lassen sich nur schwer oder langsam steuern, wie z.B. der Wechsel des Decks und generell ist der konzentrierte Blick steil nach unten auf ein Mischpult/Controller/Hybrid schweine uncool!

Was nun machen? – Die Szene separiert sich! Viele legen inzwischen wieder mit CD auf oder nutzen ihre Software via Timecode-CD (siehe Rossi & Phunk) und schwören auf den Spielkram, den ein Pioneer-Mischer und CD-Player mit sich bringen, mit recht. Andere bleiben weiterhin bei der Haptik des Vinyls und setzen auf Serato oder Traktor Scratch Pro. Beides gute Systeme, die jeweils ihre Vorzüge haben.

Als Plattenhorst der alten Schule ist man den gelben Button unten rechts gewohnt. War, ist und bleibt ein gewisser Standard, wobei viele Clubs auch gerne ein Allen & Heath aufstellen.
So hat man sich angewöhnt in der Zeit, in der man nicht die Beats matchen muss, den Button mehr oder minder sinnvoll zu missbrauchen, um seinen Set die gewisse Würze zu geben (viele DJs waren die Einzigen, die den Mehrwert hörten). So kann man heute den Gedanken weiterspinnen und sich für sein digitales System Erleichterung in Form von Slimline-Controller holen.

Diese Controller, wie Korg Nano oder Akai LPD8, sind schmal, einfach aufzustellen und mit dem richtigen Ständer glotzt man nicht nur in eine starre Richtung. So hat die Meute wenigstens das Gefühl das man lebt, wenn man zwar im Set vertieft ist, man aber ab und an die Blickrichtung wechseln muss.

Die Korg Nanos gibt es in drei Ausführungen, wobei man sich einfach seinen Ansprüchen nach auf deren Funktionen konzentrieren kann. Das Akai LDP8 konzentriert einiges davon in einem Gerät und ich möchte behaupten, dass man mit dem Gerät rafik’esk die Effekte und Cue-Points von Traktor Scrach bedienen kann.

Einen ähnlichen Weg geht auch das DN-HC1000S von Denon, dass zwar annähernd die Slimline-Passform hat, aber einen weitaus höheren Funktionsumfang hat und man den Vergleich zum X1 nicht leugnen kann. Wobei meiner Erinnerung nach, das Denon weitaus früher angekündigt wurde. Zudem ist es ein schon fast zu glattes Pendant, da es Serato zertifziert ist, bestimmt aber ebenso einfach für Traktor zu nutzen ist (Edit: Ich habe am Wochenende in der 1.2.3 de Settings für den Denon-Controller gesehen!).

Bevor wir zu den weiterführenden Links kommen, sei noch kurz die zwar etwas teurere, aber durchaus gute Faderfox-Serie genannt. Die wohl als Urväter der Sidekick-Controller gelten und bei vielen Anwendern hohes Ansehen erhalten.

Im Resümee ärgere ich mich ein wenig, dass ich vorher nicht mehr mit meinem Nuo 4 gemacht habe, werde aber mit dem gleich eintreffenden Akai LDP8 schauen was ich für mich noch erreichen kann. Ob man ein Set durch solch Spielzeug hervorheben sollte, ist mit Sicherheit eine Frage von Können oder Talent, viel mehr davon, dass man dann auch weiß was man macht. Verschafft euch selbst einen Überblick!

Native Instruments Traktor X1 Controller

Native Instruments Maschine
Korg Nanos
Akai LDP8
Denon DN-HC1000S
Faderfox

Comments (2)

  1. Nils wrote::

    “mit dem richtigen Ständer glotzt man nicht nur in eine starre Richtung.” … was wären das denn für Ständer? Könnte so etwas ggf. in meinem Homestudio gebrauchen.

    Montag, Januar 4, 2010 at 16:07 #
  2. Livic wrote::

    Hängt wohl vom Equipment und den Gewohnheiten ab. Ich habe einen Slimline-Controller kurz vorm Laptop, ein Freund von mir knapp oberhalb des Mischpultes. Wobei mein Laptop meist links vom Setup steht und ich mich dadurch oft vom Mischer zum Laptop drehe.
    Beispiel dafür wäre: http://www.salection.de/blog/?p=311

    Ich hab mir das aus diesem Set nachgebaut: http://www.musicstore.de/de_DE/EUR/DJ/Laptop-Stands/_SET_-Fame-Laptop-Stand-mit-Laptop-Tray/art-DJE108

    Montag, Januar 4, 2010 at 16:15 #