Unsere phänomenale Serie findet noch kein Ende. Trotz der kurzen Pause geht es heute mit dem Setup meines ehemaligen Team-Kameraden und Wahl-Ingolstädter weiter. Auch er ist einer, der am klassischen Setup angefangen hat und vor einigen Jahren mit ersten digitalen Elementen anfing. So übernahm er mein Final Scratch 1.5 und landete dadurch etwas später bei Traktor Scratch, welches er jetzt nicht mehr missen möchte.
Inzwischen erweiterte sich das Repertoire um einige Midi-Controller und demnächst kommt die All-in-one-Lösung durch das Korg Zero 4.
Vorweg muss man noch sagen, das er und ich uns immer gegenseitig mit Equipment befruchtet haben. Ich habe seine PDX 2000 und JBL Control 1 übernommen, er kam durch mich auf den Traktor-Geschmack und ruft auch immer fleißig an, wenn mal wieder was an seinem Setup hakt. Wobei er in Sachen Midi weitaus intuitiver ist als ich.
“Kennst Du nicht Berlin Calling?” höre ich, wenn ich spaßeshalber frage, wer dieser Paul Kalkbrenner ist, von dem jetzt alle reden und das illustre daran ist, die meisten kennen ihn derzeit nur durch diesen Film.
Zugegeben, dass Corinna Harfouch in so einem Film mitspielt, ist in erster Linie schon sehr interessant gewesen. Ebenso wie ein Kalkbrenner als Schauspieler, den man bis dahin ja eher als Frickler wahr genommen hat. Nun hat der Film im Vorfeld schon viele Lorbeeren kassiert und durch intelligente Vermarktung etc. pp. kam das Ding dann auch bei den Normalsterblichen an, die vielleicht wenig bis gar keinen Clubkontext hatten, bis zu diesem Film.
Die Tragödie des Ikarus ist bei manchen eine Komödie und man lacht gemeinsam über Nutten und Medikamentenmissbrauch in der Klapse. Die schönen Momente des Films, wenn Ikarus total zugeballert im Club steht und zu Sky & Sand (auch im Film sein eigener Track) mitsingt, scheinen nun Massenkompatibel. Sky & Sand, eine recht gute Nummer vom Bruder Fritz (durch Paul lediglich geremixt), ist dadurch in die letzte Dorfdisco vorgeprescht und ruft bei den Hörenden dort den Wunsch auf so elendig cool wie Kalke in dieser monumentalen Szene zu sein (Einschub: Wahrscheinlich auch nur, weil er im selben Club einen Groopie auf Koks weghaut!).
Das Problem am Erfolg solcher Nummern ist, dass er bis zum Erbrechen ausgereizt wird. Berlin Calling ist wie Sky and Sand von 2008. Inzwischen haben wir Mitte 2010 und der Hype kommt beim Mob an. Die total elitäre, individuelle und vor allem sich total neuartig fühlende “neue Szene”, man könnte sie spaßeshalber Kalker nennen, reitet also nun schon auf der Welle, auf die andere sich sehr lange nicht mehr wohlfühlen.
Das endet in dem Wahnsinn, dass man für ein Konzert Paul Kalkbrenners im Congress Centrum Hamburg (!!) knappe 40 Euro (!!!) Eintritt zahlen muss. Es war wohl Kampnagel als erste Location vorgesehen, aber entweder passte Pauls Ego, oder die tausenden Teenies dort nicht rein.
Break
Ich habe durch meinen Team-Kameraden Jens von Kalkbrenner anno 2004 oder 5 mitbekommen. Dieses ganze BPitch-Gedöns war seit einer Love Parade kurz vor dem Jahrtausendwechsel höchst interessant für uns und Jens hat schon vor Jahren zugesehen alle Tracks des Kalkbrenners zu bekommen. Mit Recht, denn viele waren sehr gut, Clubkompatibel und einfach derber Shit.
Nun verhält es sich für mich inzwischen wie mit Ed Hardy und iPhones. Kalkbrenner ist bei RTL2 angekommen und der Hype wir stilisiert. Zu was, weiß ich ehrlich nicht. Klar ist aber, dass da wer geil ist ne Mark zu machen und genau an diesem Punkt komme ich ins zögern: Würde ich, wenn mein Bruder mir ne Sahnenummer zum Remixen gibt und mir irgendwer eine Rolle in einem Film anbietet, nicht auch einfach mal, um zu sehen was passiert, mit machen und den Gaul denn bis zum finsteren Erbrechen reiten. Auch wenn ich spüre, dass der Gaul so beschissen heftig kommerzig ist? Ich glaube ja, bloß, ich werde nie in die Situation kommen, zum Glück!
Edit: Der Artikel entstand kurz nachdem ich bei Tanith den Vorschlag für sein Thema der Woche machte: “Paul Kalkbrenner – Aushängeschilds Berlin für Postpubertäre”. Das Thema hat es tatsächlich geschafft!
Die Sets werden leider oft nur im Hintergrund von uns veröffentlicht und dann mit einem Post auf Facebook gewürdigt. Es ist wohl eine Art Faulheit oder die Angewohnheit, ständig auf Facebook rum zu hocken…
Anyway, das Osterwochenende war Ereignisreich. Dimi und ich haben uns wieder ein Versus geliefert und ich konnte mich noch mal kurz um meinen Sound bemühen:
Zusätzlich gibt es gleich noch Phunks aktuelle Top Ten, auch etwas, dass wir ständig vergessen. Es ist halt alles so schnelllebig geworden…
01. DBN – Chicago (Eric Decks RMX)
02. Deep and Blue – Holdin me (Plastik funk RMX)
03. Joan Reyes – Shakedown (Bass Klepth RMX)
04. Sidney Sason – Shut up and let it go
05. Ralvero vs Robin S. – Booty
06. Phil fuldner – Miami Pop 2010
07. Afrojack – Esther
08. Nancy Nanchang – Walk with me (Axwell RMX)
09. Franky Rizardo – Story of love
10. PHUNK – THE BEAT GOES
Zu Ostern können wir Euch mit jeweils einer von insgesamt drei DVDs “Speaking In Code” etwas, aus unserer Sicht, absolut besonderem dienen. Jeder, der bis zum 11. April 12 Uhr eine Mail an win@dnmk-music.com schickt, nimmt an der Verlosung teil. Es entscheidet wieder der Zufall, Mehrfacheinsendungen werden aussortiert!
Nun aber zur DVD: Speaking In Code ist eine Dokumentation von Amy Grill und David Day, in der die Subkultur der elektronischen Musik dargestellt wird. Was zunächst auffällt, ist, dass ein Großteil der Protagonisten Deutsche sind. So sind z.B. die Wighnomy Brothers neben Ellen Alien oder Modeselektor zu sehen. Das typische Berliner Umfeld, welches man ja schon weit und breit kennt.
Speaking In Code begleitet die Protagonisten rund um die Welt und zeigt die Momente, die Menschen wie mir schon immer wichtig und unvergesslich sind: Das entspannte in Musik Fallen lassen, umgeben von Wildfremden.
Meiner bescheidenen Meinung nach, ist Speaking In Code das, was Feiern sein wollte. Ein kleiner Einblick verschafft Euch die Kurzinfo der Website und der Trailer. Wir wünschen Euch viel Glück und frohe Ostern!
Speaking in Code is an intimate account of people who are completely lost in music. A heartbreaking and lighthearted documentary, it’s a vérité glimpse into the world of techno. Captivating and entertaining, the film takes you around the world, following the people who make electronic music … their lives.
Starring: Modeselektor, Wighnomy Brothers, Monolake, Philip Sherburne, David Day & Amy Grill
Die dritte Tour der Jägermeister Rock:Liga liefert Spannung bis zum letzten Spieltag. Erst nach dem fünften Konzert am 26. März in München stehen die englischen Electro-Crossover-Spezialisten Does It Offend You, Yeah? als Gewinner der Gruppe C fest. Mit zwei Abendsiegen setzen sie sich schließlich gegen die norwegischen Electro-Funk-Rocker Datarock und die auf Krawall gebürsteten Hadouken! durch.
Siegeswillig stürmen Does It Offend You, Yeah? am Freitag auf die Bühne. Mit ihrem lärmenden Electro-Clash bringen sie die Fensterscheiben des Münchener Backstage Werks zum Zittern und die Mädchen rissen sich die Blusen vom Leib. Sie liefern dem Publikum ein temporeiches Angriffsfeuerwerk, das keine Parade-Möglichkeiten mehr zulässt. Dieser Einsatz in der Schlussphase wird von den Zuschauern deutlich honoriert: 115,1 Dezibel misst das Applausometer für die fünf Engländer und sichert ihnen so den Einzug ins Finale der Jägermeister Rock:Liga 09/10.
Hadouken! und Datarock teilen sich den zweiten Tabellenplatz. Auch sie bieten dem Publikum Abend für Abend beeindruckende Auftritte. Mit einem hochenergischen Set und blitzenden Stroboskop-Lichtern punkten Hadouken! bei ihren Fans. Die Norweger von Datarock hingegen kontern mit funkigem Sound und schweißtreibender Bühnenshow.
Nach The Films und Hot Hot Heat stehen als dritte Band Does It Offend You, Yeah? im Finale am 29. Mai im Berliner Kesselhaus. Wer gewinnt den Titel JägerMeister 2010? Sicher ist: Es wird ein spannender und musikalisch hochkarätiger Abend. Einlass ab 18 Jahren!
Weitere Infos und Spielberichte für Fans der Jägermeister Rock:Liga gibt es auf www.myspace.com/rockliga
Dimi sagte: ... @Jan Ja dito und danke sagen wir da auch…..!
Jan sagte: ... War ein wirklich toller Abend hat Spaß gemacht, Jungs!
Wird sicherlich noch...
tobster sagte: ... http://partysan.net/global-new s/speaking-in-code/ zeigt die ganze Doku als...
phunk sagte: ... kann mann damit auch mixen *lach* , oder ist das nur zum Zirkusspielen gedacht??...
Don sagte: ... Erinnert mich an die frühen Tiefschwarz-Nummern. Schön fluffig….