DNMKmusic

Magazin für elektronische Musik

Archive for April, 2010

Show me your DJ-setup: Tagedieb

Posted by Livic On April - 17 - 2010

Unsere phänomenale Serie findet noch kein Ende. Trotz der kurzen Pause geht es heute mit dem Setup meines ehemaligen Team-Kameraden und Wahl-Ingolstädter weiter. Auch er ist einer, der am klassischen Setup angefangen hat und vor einigen Jahren mit ersten digitalen Elementen anfing. So übernahm er mein Final Scratch 1.5 und landete dadurch etwas später bei Traktor Scratch, welches er jetzt nicht mehr missen möchte.
Inzwischen erweiterte sich das Repertoire um einige Midi-Controller und demnächst kommt die All-in-one-Lösung durch das Korg Zero 4.

Vorweg muss man noch sagen, das er und ich uns immer gegenseitig mit Equipment befruchtet haben. Ich habe seine PDX 2000 und JBL Control 1 übernommen, er kam durch mich auf den Traktor-Geschmack und ruft auch immer fleißig an, wenn mal wieder was an seinem Setup hakt. Wobei er in Sachen Midi weitaus intuitiver ist als ich.

Tagediebs Setup im Detail:
Plattenspieler: Technics SL 1210 M5G
Mischpult: Pioneer DJM 500
Midi-Controller: Numark OMNI Control & Korg nanoKONTROL
Digital Vinyl Emulator: Native Instruments Traktor Scratch Pro
Kopfhörer: Technics RP-DJ 1210E-S
Theke: Eigenbau

Wie es sich anhört, wenn Tagedieb das Setup benutzt:
Tagedieb – Italektropop by DNMKmusic

Voran gegangene Setups:
Phunk
Loco Garcia
Don Rossi
Dimi

IMHO: Paul Kalkbrenner

Posted by Livic On April - 16 - 2010

“Kennst Du nicht Berlin Calling?” höre ich, wenn ich spaßeshalber frage, wer dieser Paul Kalkbrenner ist, von dem jetzt alle reden und das illustre daran ist, die meisten kennen ihn derzeit nur durch diesen Film.

Zugegeben, dass Corinna Harfouch in so einem Film mitspielt, ist in erster Linie schon sehr interessant gewesen. Ebenso wie ein Kalkbrenner als Schauspieler, den man bis dahin ja eher als Frickler wahr genommen hat. Nun hat der Film im Vorfeld schon viele Lorbeeren kassiert und durch intelligente Vermarktung etc. pp. kam das Ding dann auch bei den Normalsterblichen an, die vielleicht wenig bis gar keinen Clubkontext hatten, bis zu diesem Film.

Die Tragödie des Ikarus ist bei manchen eine Komödie und man lacht gemeinsam über Nutten und Medikamentenmissbrauch in der Klapse. Die schönen Momente des Films, wenn Ikarus total zugeballert im Club steht und zu Sky & Sand (auch im Film sein eigener Track) mitsingt, scheinen nun Massenkompatibel. Sky & Sand, eine recht gute Nummer vom Bruder Fritz (durch Paul lediglich geremixt), ist dadurch in die letzte Dorfdisco vorgeprescht und ruft bei den Hörenden dort den Wunsch auf so elendig cool wie Kalke in dieser monumentalen Szene zu sein (Einschub: Wahrscheinlich auch nur, weil er im selben Club einen Groopie auf Koks weghaut!).

Das Problem am Erfolg solcher Nummern ist, dass er bis zum Erbrechen ausgereizt wird. Berlin Calling ist wie Sky and Sand von 2008. Inzwischen haben wir Mitte 2010 und der Hype kommt beim Mob an. Die total elitäre, individuelle und vor allem sich total neuartig fühlende “neue Szene”, man könnte sie spaßeshalber Kalker nennen, reitet also nun schon auf der Welle, auf die andere sich sehr lange nicht mehr wohlfühlen.

Das endet in dem Wahnsinn, dass man für ein Konzert Paul Kalkbrenners im Congress Centrum Hamburg (!!) knappe 40 Euro (!!!) Eintritt zahlen muss. Es war wohl Kampnagel als erste Location vorgesehen, aber entweder passte Pauls Ego, oder die tausenden Teenies dort nicht rein.

Break

Ich habe durch meinen Team-Kameraden Jens von Kalkbrenner anno 2004 oder 5 mitbekommen. Dieses ganze BPitch-Gedöns war seit einer Love Parade kurz vor dem Jahrtausendwechsel höchst interessant für uns und Jens hat schon vor Jahren zugesehen alle Tracks des Kalkbrenners zu bekommen. Mit Recht, denn viele waren sehr gut, Clubkompatibel und einfach derber Shit.

Nun verhält es sich für mich inzwischen wie mit Ed Hardy und iPhones. Kalkbrenner ist bei RTL2 angekommen und der Hype wir stilisiert. Zu was, weiß ich ehrlich nicht. Klar ist aber, dass da wer geil ist ne Mark zu machen und genau an diesem Punkt komme ich ins zögern: Würde ich, wenn mein Bruder mir ne Sahnenummer zum Remixen gibt und mir irgendwer eine Rolle in einem Film anbietet, nicht auch einfach mal, um zu sehen was passiert, mit machen und den Gaul denn bis zum finsteren Erbrechen reiten. Auch wenn ich spüre, dass der Gaul so beschissen heftig kommerzig ist? Ich glaube ja, bloß, ich werde nie in die Situation kommen, zum Glück! ;)

Edit: Der Artikel entstand kurz nachdem ich bei Tanith den Vorschlag für sein Thema der Woche machte: “Paul Kalkbrenner – Aushängeschilds Berlin für Postpubertäre”. Das Thema hat es tatsächlich geschafft!

Tagedieb – Wer ist eigentlich Paul Vol. 2 by Tagedieb

DNMK Mix-Update * Hamburg-Edition

Posted by Livic On April - 10 - 2010

Die Sets werden leider oft nur im Hintergrund von uns veröffentlicht und dann mit einem Post auf Facebook gewürdigt. Es ist wohl eine Art Faulheit oder die Angewohnheit, ständig auf Facebook rum zu hocken…

Anyway, das Osterwochenende war Ereignisreich. Dimi und ich haben uns wieder ein Versus geliefert und ich konnte mich noch mal kurz um meinen Sound bemühen:

Evil Ninja Livic – Gimme Some Whores (Dripping Punanies) by DNMKmusic

Gerade kam dann noch die Mail von Phunk rein, dass er es beglückwünscht, dass House wieder en vogue ist und hat sein Statement dazu runter gemixt.

Phunks Pure House volume 1 by haarkuenstler

Zusätzlich gibt es gleich noch Phunks aktuelle Top Ten, auch etwas, dass wir ständig vergessen. Es ist halt alles so schnelllebig geworden…

01. DBN – Chicago (Eric Decks RMX)
02. Deep and Blue – Holdin me (Plastik funk RMX)
03. Joan Reyes – Shakedown (Bass Klepth RMX)
04. Sidney Sason – Shut up and let it go
05. Ralvero vs Robin S. – Booty
06. Phil fuldner – Miami Pop 2010
07. Afrojack – Esther
08. Nancy Nanchang – Walk with me (Axwell RMX)
09. Franky Rizardo – Story of love
10. PHUNK – THE BEAT GOES

www.myspace.com/phunkdj

Speaking In Code DVD Verlosung

Posted by Livic On April - 4 - 2010

Zu Ostern können wir Euch mit jeweils einer von insgesamt drei DVDs “Speaking In Code” etwas, aus unserer Sicht, absolut besonderem dienen. Jeder, der bis zum 11. April 12 Uhr eine Mail an win@dnmk-music.com schickt, nimmt an der Verlosung teil. Es entscheidet wieder der Zufall, Mehrfacheinsendungen werden aussortiert!

Nun aber zur DVD: Speaking In Code ist eine Dokumentation von Amy Grill und David Day, in der die Subkultur der elektronischen Musik dargestellt wird. Was zunächst auffällt, ist, dass ein Großteil der Protagonisten Deutsche sind. So sind z.B. die Wighnomy Brothers neben Ellen Alien oder Modeselektor zu sehen. Das typische Berliner Umfeld, welches man ja schon weit und breit kennt.

Speaking In Code begleitet die Protagonisten rund um die Welt und zeigt die Momente, die Menschen wie mir schon immer wichtig und unvergesslich sind: Das entspannte in Musik Fallen lassen, umgeben von Wildfremden.

Meiner bescheidenen Meinung nach, ist Speaking In Code das, was Feiern sein wollte. Ein kleiner Einblick verschafft Euch die Kurzinfo der Website und der Trailer. Wir wünschen Euch viel Glück und frohe Ostern!

Speaking in Code is an intimate account of people who are completely lost in music. A heartbreaking and lighthearted documentary, it’s a vérité glimpse into the world of techno. Captivating and entertaining, the film takes you around the world, following the people who make electronic music … their lives.

Starring: Modeselektor, Wighnomy Brothers, Monolake, Philip Sherburne, David Day & Amy Grill

http://www.speakingincode.com

Die dritte Tour der Jägermeister Rock:Liga liefert Spannung bis zum letzten Spieltag. Erst nach dem fünften Konzert am 26. März in München stehen die englischen Electro-Crossover-Spezialisten Does It Offend You, Yeah? als Gewinner der Gruppe C fest. Mit zwei Abendsiegen setzen sie sich schließlich gegen die norwegischen Electro-Funk-Rocker Datarock und die auf Krawall gebürsteten Hadouken! durch.

Siegeswillig stürmen Does It Offend You, Yeah? am Freitag auf die Bühne. Mit ihrem lärmenden Electro-Clash bringen sie die Fensterscheiben des Münchener Backstage Werks zum Zittern und die Mädchen rissen sich die Blusen vom Leib. Sie liefern dem Publikum ein temporeiches Angriffsfeuerwerk, das keine Parade-Möglichkeiten mehr zulässt. Dieser Einsatz in der Schlussphase wird von den Zuschauern deutlich honoriert: 115,1 Dezibel misst das Applausometer für die fünf Engländer und sichert ihnen so den Einzug ins Finale der Jägermeister Rock:Liga 09/10.

Hadouken! und Datarock teilen sich den zweiten Tabellenplatz. Auch sie bieten dem Publikum Abend für Abend beeindruckende Auftritte. Mit einem hochenergischen Set und blitzenden Stroboskop-Lichtern punkten Hadouken! bei ihren Fans. Die Norweger von Datarock hingegen kontern mit funkigem Sound und schweißtreibender Bühnenshow.

Nach The Films und Hot Hot Heat stehen als dritte Band Does It Offend You, Yeah? im Finale am 29. Mai im Berliner Kesselhaus. Wer gewinnt den Titel JägerMeister 2010? Sicher ist: Es wird ein spannender und musikalisch hochkarätiger Abend. Einlass ab 18 Jahren!

Weitere Infos und Spielberichte für Fans der Jägermeister Rock:Liga gibt es auf www.myspace.com/rockliga

Harmonisches Mixen – Mixed in Key Review

Posted by Livic On April - 1 - 2010

Es ist tatsächlich so, dass man die Harmonie auch als DJ nicht vernachlässigen sollte und entweder eine unterbewusste Art des Plattenauswählens im Laufe der Zeit verinnerlicht (wie ich), oder tatsächlich mit musikalischem Halbwissen die Platten ausschließen kann, die nicht harmonisch sind.

Einen wirklich ausführlichen Artikel, hat Ean Golden von djtechtools.com dazu geschrieben, bei uns geht es gleich ins Detail, in den Mix!

Wir haben die aktuelle Version von Mixed in Key zur Verfügung gestellt bekommen, um zum einen für uns erst ein mal zu erfahren, ob es sich lohnt. Zum anderen, um euch anhand eines geläufigen Beispiels zu zeigen, was es vielleicht bringt.

Mein erstes Vor-Resümee: Ich war erstaunt, wie die Software einen die Playlist sortieren lassen kann. Ich hätte manche Tracks nie in der Art nacheinander gespielt.

Die Gefahr, die ich sehe: Kohle-DJs brauchen jetzt echt fast nichts mehr können. Allerdings ist eine Anwendung wie Mixed in Key auch nicht 100%ig. Im geradlinigen und simplen Bereich wie Techno oder Minimal wird wohl jeder Kohle-DJ mit der Software noch einen Schritt weiter kommen. Allerdings kann sich Mixed in Key auch irren, je komplexer der Track wohl wird, nachvollziehbar.

Letzt endlich ist das Tool ein nettes Werkzeug, dass einem eine Empfehlung geben kann, wenn man mal wieder nicht weiß, welchen seiner 2000 Tracks man “jetzt” spielen soll.

Hier nun unser Mixed In Key “Dimi vs. Livic” Special. Den Anfang macht Dimi mit seinem, nach eigenem Gusto gemixtem Set.

DimivsLivicNG by dj_dimi

Ich habe die Platten dann durch Mixed in Key laufen lassen und die Playlist entsprechend erstellt. Das Ergebnis klingt dann so.

Livic – Dimi vs. Livic NextGen by DNMKmusic

Im Resümee hatte ich mit circa drei Tracks ordentliche Schwierigkeiten. Ich hatte die Playlist sortiert, ohne die Tracks gehört zu haben, und mich nur an den MiK-Tags orientiert. So kamen zwar ganz gute Kombinationen heraus. Allerdings war z.B. der Übergang von Track 2 auf 3 (laut MiK) nicht harmonisch, es fehlte ein Track mit entsprechender Harmonie. Gut, ich habe dort enorm geloopt und mich halt irgendwie raus gewunden.

Gegen Ende des Sets, ca. am Anfang des letzten Drittels, wurde ich dann mit merkwürdigen, fast unmixbaren Kombinationen überrascht und ich hab kurzfristig die Software, und auch zwei ziemlich bescheuerte Tracks, verflucht.

Im folgenden gehe ich noch kurz auf den Funktionsumfang von Mixed in Key ein. Die Software macht im Prinzip nichts anderes, als den Track zu analysieren, um dann einen Tag mit dem entsprechenden Wert an das Mp3 zu heften. Das sieht dann so aus:

Der vorher bestimmte Ordner mit Mp3s wird durchsucht und die Daten des Tracks werden analysiert. Der Tag (Key result) kann an das Mp3 gehangen werden. Dabei kann man auswählen, ob das Tag nur im Comment des ID3-Tags auftaucht, und somit nur in Traktor u.ä. sichtbar wäre, oder, ob das Tag an den Dateinamen geheftet wird.

Die Tracks, deren Ergebniss blau eingefärbt und unterstrichen sind, können durch das separat zu erwerbende Platinum Notes noch in der Lautstärke angepasst werden. Kann Sinn machen, allerdings traue ich Tools nicht, die Mp3s auf einen Mittelwert setzen wollen, zumal Traktor auch Autogain hat.

Im Großen und Ganzen ist Mixed In Key für die zu empfehlen, die eine sehr große Sammlung Mp3s haben und u.U. auch ständig mit neuen Tracks versorgt werden. Ich z.B. skippe oft nur durch Tracks und weiß dann entsprechend, ob der Track etwas für mich ist, oder nicht. Das mache ich schon seit meiner Vinyl-Zeit so und wie heute, hörte ich die Tracks dann erstmals im Club oder bei der Aufnahme komplett. Da können überraschende Hooks und andere Überraschungen kommen, die zwar durch Mixed In Key nicht abgefedert werden, aber man weiß anhand des Keys bei einem eher unbekannten Track, ob es passen “könnte”, denn wie gesagt, ein gewisses Fehlerpotenzial ist da und zum anderen sollte man immer die eigene Kreativität bemühen, um auch eventuell unpassende Tracks gekonnt ineinander zu bringen, wenn man meint, dass die eigene, und vor allem die Stimmung der Hörenden, es zulässt!

www.mixedinkey.com