Harmonisches Mixen – Mixed in Key Review

Es ist tatsächlich so, dass man die Harmonie auch als DJ nicht vernachlässigen sollte und entweder eine unterbewusste Art des Plattenauswählens im Laufe der Zeit verinnerlicht (wie ich), oder tatsächlich mit musikalischem Halbwissen die Platten ausschließen kann, die nicht harmonisch sind.

Einen wirklich ausführlichen Artikel, hat Ean Golden von djtechtools.com dazu geschrieben, bei uns geht es gleich ins Detail, in den Mix!

Wir haben die aktuelle Version von Mixed in Key zur Verfügung gestellt bekommen, um zum einen für uns erst ein mal zu erfahren, ob es sich lohnt. Zum anderen, um euch anhand eines geläufigen Beispiels zu zeigen, was es vielleicht bringt.

Mein erstes Vor-Resümee: Ich war erstaunt, wie die Software einen die Playlist sortieren lassen kann. Ich hätte manche Tracks nie in der Art nacheinander gespielt.

Die Gefahr, die ich sehe: Kohle-DJs brauchen jetzt echt fast nichts mehr können. Allerdings ist eine Anwendung wie Mixed in Key auch nicht 100%ig. Im geradlinigen und simplen Bereich wie Techno oder Minimal wird wohl jeder Kohle-DJ mit der Software noch einen Schritt weiter kommen. Allerdings kann sich Mixed in Key auch irren, je komplexer der Track wohl wird, nachvollziehbar.

Letzt endlich ist das Tool ein nettes Werkzeug, dass einem eine Empfehlung geben kann, wenn man mal wieder nicht weiß, welchen seiner 2000 Tracks man “jetzt” spielen soll.

Hier nun unser Mixed In Key “Dimi vs. Livic” Special. Den Anfang macht Dimi mit seinem, nach eigenem Gusto gemixtem Set.

DimivsLivicNG by dj_dimi

Ich habe die Platten dann durch Mixed in Key laufen lassen und die Playlist entsprechend erstellt. Das Ergebnis klingt dann so.

Livic – Dimi vs. Livic NextGen by DNMKmusic

Im Resümee hatte ich mit circa drei Tracks ordentliche Schwierigkeiten. Ich hatte die Playlist sortiert, ohne die Tracks gehört zu haben, und mich nur an den MiK-Tags orientiert. So kamen zwar ganz gute Kombinationen heraus. Allerdings war z.B. der Übergang von Track 2 auf 3 (laut MiK) nicht harmonisch, es fehlte ein Track mit entsprechender Harmonie. Gut, ich habe dort enorm geloopt und mich halt irgendwie raus gewunden.

Gegen Ende des Sets, ca. am Anfang des letzten Drittels, wurde ich dann mit merkwürdigen, fast unmixbaren Kombinationen überrascht und ich hab kurzfristig die Software, und auch zwei ziemlich bescheuerte Tracks, verflucht.

Im folgenden gehe ich noch kurz auf den Funktionsumfang von Mixed in Key ein. Die Software macht im Prinzip nichts anderes, als den Track zu analysieren, um dann einen Tag mit dem entsprechenden Wert an das Mp3 zu heften. Das sieht dann so aus:

Der vorher bestimmte Ordner mit Mp3s wird durchsucht und die Daten des Tracks werden analysiert. Der Tag (Key result) kann an das Mp3 gehangen werden. Dabei kann man auswählen, ob das Tag nur im Comment des ID3-Tags auftaucht, und somit nur in Traktor u.ä. sichtbar wäre, oder, ob das Tag an den Dateinamen geheftet wird.

Die Tracks, deren Ergebniss blau eingefärbt und unterstrichen sind, können durch das separat zu erwerbende Platinum Notes noch in der Lautstärke angepasst werden. Kann Sinn machen, allerdings traue ich Tools nicht, die Mp3s auf einen Mittelwert setzen wollen, zumal Traktor auch Autogain hat.

Im Großen und Ganzen ist Mixed In Key für die zu empfehlen, die eine sehr große Sammlung Mp3s haben und u.U. auch ständig mit neuen Tracks versorgt werden. Ich z.B. skippe oft nur durch Tracks und weiß dann entsprechend, ob der Track etwas für mich ist, oder nicht. Das mache ich schon seit meiner Vinyl-Zeit so und wie heute, hörte ich die Tracks dann erstmals im Club oder bei der Aufnahme komplett. Da können überraschende Hooks und andere Überraschungen kommen, die zwar durch Mixed In Key nicht abgefedert werden, aber man weiß anhand des Keys bei einem eher unbekannten Track, ob es passen “könnte”, denn wie gesagt, ein gewisses Fehlerpotenzial ist da und zum anderen sollte man immer die eigene Kreativität bemühen, um auch eventuell unpassende Tracks gekonnt ineinander zu bringen, wenn man meint, dass die eigene, und vor allem die Stimmung der Hörenden, es zulässt!

www.mixedinkey.com

Trackback/Pingback (1)

  1. Evil Ninja Livic versus MoFo Dimi | MUSCHISUPPE on Freitag, April 2, 2010 at 18:46

    […] Nun ging es einen etwas anderen Weg. Michi legte einfach vor und ich nahm die Tracks, um sie durch Mixed In Keys zu prügeln und anhand der durch die Software vergegeben Keys, die Playlist ohne reinhören zu […]