Alle guten Sachen sind sechs und nachdem wir letztens erst wieder den Armand van Helden beim derben abkupfern erwischt haben (Barbra Streisand -> Hallo Bimmelbahn) sind nun wieder einige Kandidaten dran. Viel Spaß!
Alle Sample Sucka Folgen findet ihr übrigens hier im Blog, oder gleich auf Vimeo.
Aus einer Schnapsidee nach einer durchzechten Nacht, entstand die Idee eine Seite Online zu stellen, in der einige DJs ihren Unmut mit einigen Gästen wiedergeben. Die Seite hatte den weniger subtilen Namen “Quatsch den DJ nicht voll”.
Viel Aufmerksamkeit bekam das Ding nicht. Allerdings nahm sich das Onlinemagazin für den norddeutschen Raum, citybeat.de, dem kurz an und löste eine heitere Diskussion aus, welchen den Missstand zwischen DJ und Publikum sehr gut wieder spiegelte, denn einige denken tatsächlich, dass der DJ eine Jukebox ist und man ihm zu sagen hat, was er doch bitte spielen soll. Das ein DJ, seit jeher, ob im Radio oder in der Kanzel, der ist, der das verfickte Feiervolk mit den möglichst neuen und nie gehörten Tunes bedienen soll, gelang in Vergessenheit, leider?
Der Anspruch wich und es blieben Wichtigtuer mit 1,8 Promille, die dachten, sie wüssten welche Platte “genau jetzt die Leute zum Tanzen bringen würde”. Go fuck yourself!
Das was von unserer Aktion blieb, war Locos Sample, welches an sich auch Aussagekräftig genug war und ist:
“Kennst Du nicht Berlin Calling?” höre ich, wenn ich spaßeshalber frage, wer dieser Paul Kalkbrenner ist, von dem jetzt alle reden und das illustre daran ist, die meisten kennen ihn derzeit nur durch diesen Film.
Zugegeben, dass Corinna Harfouch in so einem Film mitspielt, ist in erster Linie schon sehr interessant gewesen. Ebenso wie ein Kalkbrenner als Schauspieler, den man bis dahin ja eher als Frickler wahr genommen hat. Nun hat der Film im Vorfeld schon viele Lorbeeren kassiert und durch intelligente Vermarktung etc. pp. kam das Ding dann auch bei den Normalsterblichen an, die vielleicht wenig bis gar keinen Clubkontext hatten, bis zu diesem Film.
Die Tragödie des Ikarus ist bei manchen eine Komödie und man lacht gemeinsam über Nutten und Medikamentenmissbrauch in der Klapse. Die schönen Momente des Films, wenn Ikarus total zugeballert im Club steht und zu Sky & Sand (auch im Film sein eigener Track) mitsingt, scheinen nun Massenkompatibel. Sky & Sand, eine recht gute Nummer vom Bruder Fritz (durch Paul lediglich geremixt), ist dadurch in die letzte Dorfdisco vorgeprescht und ruft bei den Hörenden dort den Wunsch auf so elendig cool wie Kalke in dieser monumentalen Szene zu sein (Einschub: Wahrscheinlich auch nur, weil er im selben Club einen Groopie auf Koks weghaut!).
Das Problem am Erfolg solcher Nummern ist, dass er bis zum Erbrechen ausgereizt wird. Berlin Calling ist wie Sky and Sand von 2008. Inzwischen haben wir Mitte 2010 und der Hype kommt beim Mob an. Die total elitäre, individuelle und vor allem sich total neuartig fühlende “neue Szene”, man könnte sie spaßeshalber Kalker nennen, reitet also nun schon auf der Welle, auf die andere sich sehr lange nicht mehr wohlfühlen.
Das endet in dem Wahnsinn, dass man für ein Konzert Paul Kalkbrenners im Congress Centrum Hamburg (!!) knappe 40 Euro (!!!) Eintritt zahlen muss. Es war wohl Kampnagel als erste Location vorgesehen, aber entweder passte Pauls Ego, oder die tausenden Teenies dort nicht rein.
Break
Ich habe durch meinen Team-Kameraden Jens von Kalkbrenner anno 2004 oder 5 mitbekommen. Dieses ganze BPitch-Gedöns war seit einer Love Parade kurz vor dem Jahrtausendwechsel höchst interessant für uns und Jens hat schon vor Jahren zugesehen alle Tracks des Kalkbrenners zu bekommen. Mit Recht, denn viele waren sehr gut, Clubkompatibel und einfach derber Shit.
Nun verhält es sich für mich inzwischen wie mit Ed Hardy und iPhones. Kalkbrenner ist bei RTL2 angekommen und der Hype wir stilisiert. Zu was, weiß ich ehrlich nicht. Klar ist aber, dass da wer geil ist ne Mark zu machen und genau an diesem Punkt komme ich ins zögern: Würde ich, wenn mein Bruder mir ne Sahnenummer zum Remixen gibt und mir irgendwer eine Rolle in einem Film anbietet, nicht auch einfach mal, um zu sehen was passiert, mit machen und den Gaul denn bis zum finsteren Erbrechen reiten. Auch wenn ich spüre, dass der Gaul so beschissen heftig kommerzig ist? Ich glaube ja, bloß, ich werde nie in die Situation kommen, zum Glück!
Edit: Der Artikel entstand kurz nachdem ich bei Tanith den Vorschlag für sein Thema der Woche machte: “Paul Kalkbrenner – Aushängeschilds Berlin für Postpubertäre”. Das Thema hat es tatsächlich geschafft!
Zu Ostern können wir Euch mit jeweils einer von insgesamt drei DVDs “Speaking In Code” etwas, aus unserer Sicht, absolut besonderem dienen. Jeder, der bis zum 11. April 12 Uhr eine Mail an win@dnmk-music.com schickt, nimmt an der Verlosung teil. Es entscheidet wieder der Zufall, Mehrfacheinsendungen werden aussortiert!
Nun aber zur DVD: Speaking In Code ist eine Dokumentation von Amy Grill und David Day, in der die Subkultur der elektronischen Musik dargestellt wird. Was zunächst auffällt, ist, dass ein Großteil der Protagonisten Deutsche sind. So sind z.B. die Wighnomy Brothers neben Ellen Alien oder Modeselektor zu sehen. Das typische Berliner Umfeld, welches man ja schon weit und breit kennt.
Speaking In Code begleitet die Protagonisten rund um die Welt und zeigt die Momente, die Menschen wie mir schon immer wichtig und unvergesslich sind: Das entspannte in Musik Fallen lassen, umgeben von Wildfremden.
Meiner bescheidenen Meinung nach, ist Speaking In Code das, was Feiern sein wollte. Ein kleiner Einblick verschafft Euch die Kurzinfo der Website und der Trailer. Wir wünschen Euch viel Glück und frohe Ostern!
Speaking in Code is an intimate account of people who are completely lost in music. A heartbreaking and lighthearted documentary, it’s a vérité glimpse into the world of techno. Captivating and entertaining, the film takes you around the world, following the people who make electronic music … their lives.
Starring: Modeselektor, Wighnomy Brothers, Monolake, Philip Sherburne, David Day & Amy Grill
Ich bin mir nicht sicher, ob das gewollt oder “aus versehen” war, dass der Track Tik Tok so enorm nach Uffie klingt. Ungewöhnlich ist es nicht, dass Pop sich an den Electro-Quatsch orientiert, siehe Sugababes und U know Y von Moguai oder Kanye West mit Daft Punk.
Allerdings stößt es schon etwas sauer auf, dass die amerikanische Hupfdole sich zum Teil der Uffie-Elemente bedient und es dann auch noch 0815 mit dieser weichgespültheit im Refrain versaut. Hier könnt ihr euch den direkten Vergleich geben.
Replika
Original
Das ich jetzt erst mit dem Vergleich komme, liegt im übrigen daran, dass ich dank Ignoranz von Mtv etc. sowas einfach nicht mitbekomme! #traumhaft
Dimi sagte: ... @Jan Ja dito und danke sagen wir da auch…..!
Jan sagte: ... War ein wirklich toller Abend hat Spaß gemacht, Jungs!
Wird sicherlich noch...
tobster sagte: ... http://partysan.net/global-new s/speaking-in-code/ zeigt die ganze Doku als...
phunk sagte: ... kann mann damit auch mixen *lach* , oder ist das nur zum Zirkusspielen gedacht??...
Don sagte: ... Erinnert mich an die frühen Tiefschwarz-Nummern. Schön fluffig….