DNMKmusic

Magazin für elektronische Musik

Archive for the ‘TechCheck’ Category

Midi-Controller – Ein Rundumschlag

Posted by Livic On Dezember - 30 - 2009

Annähernd täglich kommt ein neuer Controller auf den Markt, von dem gesagt wird, dass genau dieser den Ansprüchen eines DJs gerecht wird. Wenn man etwas zurück blickt, sieht man eine ganze Herde von Controllern, die spärlich versuchen ein DJ-Setup nachzuempfinden. Mir ist es noch immer schleierhaft, warum Jog-Wheels die große Erlösung sein sollen?

Es geht aber auch weit ab vom Gemini und so weiter Controller-Markt mit gut durch- oder bedachten Geräten ab. In erster Linie kommen wir da derzeit nicht am X1 oder Maschine von Native Instruments vorbei, welche mit guten Marketing-Ideen ein sehr gutes Standing haben. Man schnappt sich Richie, lässt ihn damit in einem verwackelten Video auflegen und später, wenn schon alle nass sind, kommt ein Rafik daher und zeigt, dass man Maschine als Midi-Controller für Cue-Points nutzen kann. Dass das Gerät weitaus mehr kann, sollte den meisten bewusst sein.

Nun stellt sich die Frage nach dem Anspruch eines Controllers? Wobei ich mich ja immer frage “Brauche ich überhaupt einen?”. Ja, aber nicht um nur damit die Hauptarbeit zu machen. Was Richie und ich schon seit jeher machen (er), oder machen wollten (ich), ist es, dass man einen Midi-Controller als Sidekick nutzt. Der Hawtin hat sich eine Armada Xones aufs Pult gebaut (wer hat, der hat, kann man dann auch ruhig zeigen) und ich bastelte mit meinem Nuo 4 rum, um damit die Decks drei und vier zu steuern.

Nun ist das Nuo 4 eher suboptimal. Es gibt nur XP-Treiber, manche Elemente lassen sich nur schwer oder langsam steuern, wie z.B. der Wechsel des Decks und generell ist der konzentrierte Blick steil nach unten auf ein Mischpult/Controller/Hybrid schweine uncool!

Was nun machen? – Die Szene separiert sich! Viele legen inzwischen wieder mit CD auf oder nutzen ihre Software via Timecode-CD (siehe Rossi & Phunk) und schwören auf den Spielkram, den ein Pioneer-Mischer und CD-Player mit sich bringen, mit recht. Andere bleiben weiterhin bei der Haptik des Vinyls und setzen auf Serato oder Traktor Scratch Pro. Beides gute Systeme, die jeweils ihre Vorzüge haben.

Als Plattenhorst der alten Schule ist man den gelben Button unten rechts gewohnt. War, ist und bleibt ein gewisser Standard, wobei viele Clubs auch gerne ein Allen & Heath aufstellen.
So hat man sich angewöhnt in der Zeit, in der man nicht die Beats matchen muss, den Button mehr oder minder sinnvoll zu missbrauchen, um seinen Set die gewisse Würze zu geben (viele DJs waren die Einzigen, die den Mehrwert hörten). So kann man heute den Gedanken weiterspinnen und sich für sein digitales System Erleichterung in Form von Slimline-Controller holen.

Diese Controller, wie Korg Nano oder Akai LPD8, sind schmal, einfach aufzustellen und mit dem richtigen Ständer glotzt man nicht nur in eine starre Richtung. So hat die Meute wenigstens das Gefühl das man lebt, wenn man zwar im Set vertieft ist, man aber ab und an die Blickrichtung wechseln muss.

Die Korg Nanos gibt es in drei Ausführungen, wobei man sich einfach seinen Ansprüchen nach auf deren Funktionen konzentrieren kann. Das Akai LDP8 konzentriert einiges davon in einem Gerät und ich möchte behaupten, dass man mit dem Gerät rafik’esk die Effekte und Cue-Points von Traktor Scrach bedienen kann.

Einen ähnlichen Weg geht auch das DN-HC1000S von Denon, dass zwar annähernd die Slimline-Passform hat, aber einen weitaus höheren Funktionsumfang hat und man den Vergleich zum X1 nicht leugnen kann. Wobei meiner Erinnerung nach, das Denon weitaus früher angekündigt wurde. Zudem ist es ein schon fast zu glattes Pendant, da es Serato zertifziert ist, bestimmt aber ebenso einfach für Traktor zu nutzen ist (Edit: Ich habe am Wochenende in der 1.2.3 de Settings für den Denon-Controller gesehen!).

Bevor wir zu den weiterführenden Links kommen, sei noch kurz die zwar etwas teurere, aber durchaus gute Faderfox-Serie genannt. Die wohl als Urväter der Sidekick-Controller gelten und bei vielen Anwendern hohes Ansehen erhalten.

Im Resümee ärgere ich mich ein wenig, dass ich vorher nicht mehr mit meinem Nuo 4 gemacht habe, werde aber mit dem gleich eintreffenden Akai LDP8 schauen was ich für mich noch erreichen kann. Ob man ein Set durch solch Spielzeug hervorheben sollte, ist mit Sicherheit eine Frage von Können oder Talent, viel mehr davon, dass man dann auch weiß was man macht. Verschafft euch selbst einen Überblick!

Native Instruments Traktor X1 Controller

Native Instruments Maschine
Korg Nanos
Akai LDP8
Denon DN-HC1000S
Faderfox

[Im Test] Korg Kaoss Pad Mini

Posted by Livic On Dezember - 16 - 2009

Kürzlich habt ihr erst den sehr ausführlichen Test des Kaossilators gesehen. In diesem zeigte euch Dimi wie man mit dem Gerät einzelne Spuren erstellen kann und seine Samples bzw. Loops dann allein oder zusammen abspielt.

Sowohl beim Kaossilator als auch bei Kaoss Pad Mini, wie eigentlich bei allen Kaoss-Geräten, erfolgt die Steuerung über ein Touchpad. Die Steuerung ist dadurch intuitiv und sehr flüssig. Allerdings darf man trotz dessen nicht auf gut Glück in das Pad greifen. Die Steuerung der Effekte beim Kaoss Pad richtet sich nach den Zonen des Touchpads. Durch die zentrale Positionierung auf dem Feld und einer Bewegung zu einer der Ecken oder zur Seite erzeugt man den entsprechenden Sound oder Effekt. Ebenso kann man in den Ecken anfangen und danach in die Mitte oder in eine andere Ecke wischen. Wildes herumfuchteln bringt in den meisten Fällen nur Soundbrei heraus, aber nach einiger Zeit erkennt man mit etwas Gespür wie sich der Effekt oder Sound bei welcher Bewegung verhält.

Wie das im Optimalfall aussehen kann, sieht man sehr gut bei Beardyman, der inzwischen bis zu vier Kaoss Pad 3 bei seinen Auftritten benutzt.

Das Kaoss Pad 3 ist wohl auch das Maß der Dinge was intuitive und ausgereifte Effektgeräte angeht. Durch die durchdachten Optionen und der eleganten Steuerung hat man viel potenzial, welches man sowohl als DJ, Beatboxer oder anderweitiger Artist nutzen kann.

Ich habe für Digital Listening vor einiger Zeit das Kaoss Pad 3 mir etwas näher zur Brust nehmen können und abgesehen von unserer Performance in diesem Test war das Gerät mehr als beeindruckend. Lange Rede, kurzer Sinn: Neben dem Kaossilator hat uns Korg das Kaoss Pad Mini zur Verfügung gestellt. In erster Linie sind die Geräte dafür ausgelegt mobil genutzt zu werden. Dank Kopfhöreranschluss und Batteriebetrieb ist es ein einfaches im Bus zu seinen Samples abzurocken oder Mp3s aus dem iPod live zu bearbeiten. Das Szenario ist vielleicht nicht für jeden etwas, daher kann man mit einem separat erhältlichen Netzteil die Geräte darüber hinaus auch gut in einem festen Setup nutzen.

In meinem Fall habe ich mir die Mühe gemacht und das Kaoss Pad Mini zuerst an meiner Send/Return-Einheit angeschlossen. Wahrscheinlich war das Mischpult dafür verantwortlich, dass das Signal des Minis zu leise war, so kam ich kurzerhand auf die Idee den Ausgang des Pads an einen Line-Kanal anzuschließen, an den Eingang des Pads kann man einen Record- oder Master-Ausgang des Mischpultes nutzen. Was nebenbei bemerkt ein Workaround für diejenigen ist, die keine Send/Return-Einheit am Mixer haben. Neben dem Fader kann man so per Klangregelung und Gain die Intensität der Effekte sehr komfortabel und umfangreich bearbeiten.

Etwas, dass natürlich beim 3er Kaoss Pad besser gelöst wurde, als beim Mini, ist die Nutzung bzw. Ansteuerung der jeweiligen Effekte. Kann man z.B. auf dem 3er den Effekt am Pad ablesen, sollte man sich für das Mini die Liste der Effekte zur Hand nehmen. Sich die für seine Vorhaben prädestinierten herraus suchen und die Nummern der Effekte im besten Fall auswendig lernen oder halt auf der Rückseite per Aufkleber o.ä. unterbringen. In Anbetracht das man das Gerät auf jeden Fall kennen lernen muss und man unter Umständen sogar heavy User wird, sollte man den letzten Absatz vergessen und einfach sein Ding machen.

Besonders inspirierend war die Installation des Minis durch die langen Cinchkabel und des Batteriebetriebs. Dadurch kann man das Pad einfach in die Hand nehmen und mit leichten Rock’n'Roll Allüren in sein Set reineffekten. Stelle ich mir unter anderem auch grandios bei DJ-Teams oder anderen Zusammenspielen vor.

Alles in allem ist das Kaoss Pad Mini eine gute Anschaffung für den DJ oder Musiker, der ein relativ einfach zu bedienendes Effektgerät benötigt und gerade nicht das Geld für ein 3er Kaoss Pad übrig hat. Die Vielfalt der Effekte ist enorm und das wichtigste, der Klang ist phänomenal. Manche internen Effektgeräte eines Mischpultes sind nicht so qualitativ.

Das Korg Kaoss Pad Mini bekommt man für circa 140 Euro bei Amazon oder anderen Händlern, welche man neben ein paar anderen Informationen auf den Seiten von Korg & more einsehen kann.

Show me your DJ-setup: Phunk

Posted by Phunk On Dezember - 16 - 2009

Vor 3 Jahren bin ich vom “Good old vinyl” auf das Medium CD gewechselt. Als Player kamen für mich nur die Pioneer CDJ-1000 MK3 in Frage, weil man auf Partys und in Clubs sowieso darauf stößt. Außerdem sind meiner Meinung nach Bedienung und Verarbeitung bis heute unerreicht.
Als Mixer steht bei mir der Pioneer DJM-800 und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Ich liebe dieses Pult. Die Effekte sind super dosierbar und man kann echt viel damit anstellen. Die Bedienung ist selbsterklärend: Clubstandard eben.
Als Kopfhörer dient mein guter alter Sennheiser HD25, der bald durch einen neuen HD 25 ersetzt wird. Im Thema Monitoring bin ich altmodisch und vertraue auf meine alten JBL Control One zusammen mit einem Subwoofer von Heco. Achja, fast vergessen, aus nostalgiegründen und zum Abspielen meiner zahlreichen alten Platten habe noch einen Technics 1210 MK2 stehen, der leider viel zu selten benutzt wird. Eine M-Audio Fasttrack Pro benutze ich als Recording Soundkarte und allgemeine Audio Schnittstelle.

Momentan experimentiere ich gerade an ersten eigenen Tracks. Dafür kam für mich nach einem Besuch in einem Studio nur Logic 8 als DAW in frage. Da musste natürlich erst mal der passende iMac her. Als Midi Keyboard habe ich ein M-Audio Axiom Pro 1 und ein Alesis Photon 25 in meinem Home Studio. Das M-Audio lässt sich aufgrund der vielen Regler und Knöpfe auch sehr gut für Logic als Midi Controller verwenden. Insgesamt bin ich doch sehr zufrieden mit dem Ganzen, auch wenn sicherlich noch das eine oder andere Gerät dazukommen wird.

Mehr infos über mich auf www.myspace.com/phunkdj

[Spotlight] Native Instruments Traktor Kontrol X1

Posted by Livic On Dezember - 7 - 2009

Ich hatte es ein Post zuvor schon erwähnt, die Neuigkeiten aus dem Hause Native werden immer mit einem gewissen Hype, meist um Richie Hawtin, an den Mann gebracht, allerdings schwingt auch immer ein gewisses “Die Produkte sind halt auch gut” mit.

In meinem Setup, dass ich sehr bald vorstellen werde, ist ein Ecler Nuo 4 mit integriertem Midi-Controller. Dieser sollte anfänglich die Decks 3 & 4 bedienen, später dachte ich darüber nach, die Einheit für Effekte etc. zu nutzen. Abgesehen vom wirklich sehr guten Handling und absolut fantastischem Klang, bin ich nie sonderlich gut mit dem Midi-Kram klar gekommen. Ich hatte wohl irgendwann mal ein altes Laptop so weit, dass auf dem alles installiert war und ich hätte loslegen können. Allerdings war ich nicht sonderlich begabt oder motiviert, mich mit den Mappings auseinander zusetzen.

Trotz dessen schreie ich innerlich immer wieder auf, wie angenehm es mit einem anständigen Controller als Sidekick wäre. Die Hauptarbeit findet natürlich weiterhin über Vinyl und den Rechner statt. Einige Features wie Loops und Effekte fallen dann aber auf den Controller. Derzeit denke ich über ein Allen & Heath Xone 1D oder halt den X1 als Sidekick nach. Es wird wohl auch der x1, in Anbetracht des Preises und der wohl weniger intensiven Arbeit an den Mappings.

Damit ihr euch ein Bild machen könnt, hier einige Videos von Native, die das Gerät vorstellen.

www.native-instruments.com/#/en/products/dj/traktor-kontrol-x1/

Natives neue Hardware

Posted by Livic On Dezember - 2 - 2009

Die kürzliche Erwähnung des demnächst kommenden Traktor-Controllers aus dem Hause war eher solala. Klar, das Gerät könnte tatsächlich etwas sein. Zumindest ist der anzunehmende Preis-/Leistungsfaktor in Ordnung. Allerdings widerspricht mir das Seeding, mit dem das Gerät der Masse vorgestellt wurde. In Form eines Videos aus einem Club in dem natürlich Richie Hawtin mit dem neuen Gadget gerade sein Set bestreitet. Ebenso natürlich ist, dass es nicht nur eines dieser Gadgets ist, sondern zwei und die wohl auch nur flankierend zu einem ganzen Pack verschiedener Gerätschaften.

Trotzdessen ist das Gerät an die Zielgruppe angepasst, ist es preislich sehr interessant und scheint eine gewisse Bereicherung für den digitalen DJ zu sein. Mir persönlich gefällt das Denon-Konzept für Serato Scratch zwar besser, aber man kann das X1 mit Sicherheit ähnlich konfigurieren.

Lange Rede, hoffentlich kurzer Sinn. Heute wurde das Envy 15 in Zusammenarbeit mit Dr. Dre und Native Instrumenst angekündigt. Eine, man kann es nicht anders sagen, fette Rechensau mit i7-Prozessor, 6 GB Ram und noch einigen anderen SchnickSchnack, der das Ding gelungen aber auch teuer macht. Für knappe 2300 $ bzw. in der deutschen (oder europäischen) Version für 2000 € ist das Gerät zu erstehen.
Mit Native zusammen gibt es noch ein Bundle, das eine Soundkarte und wohl noch einiges anderes enthält, den Preis dafür habe ich bisher nicht gefunden, allerdings auch nicht wirklich nach gesucht.

Resümee: Die Hardware ist fett! Allerdings sehe ich erneut oder immernoch das Problem der Verrohung des DJings. Es reicht dieser Tage sich für 3000 € Hardware zu kaufen und der Jungspund von Heute sieht in sich den nächsten Richie, Ricardo oder sonstwen. Ein Markt für sozial degenerierte Versager, die ihre Unfähigkeit mit Kohle kompensieren ist dabei wohl das schlimmste Schaubild, ob es kommt und wir gewollt sind es zu erleben, bleibt abzuwarten.

www.hp.com/united-states/campaigns/beats/limited.html

Nun haben wir das Video zum Kaossilator-Test für euch. Dimi erklärt in umfangreichen 13 Minuten das Gerät und stellt die Funktionen gleich leicht nachvollziehbar vor.

Den ersten Teil findet ihr hier und hier geht es zur Korg-Produktseite.

Show me your DJ-setup – Loco Garcia

Posted by Loco On November - 9 - 2009

Die Fakten: 2 x Numark TT-x1 mit Shure M44-7 Competition Systemen an einer Reloop Headshell, Pioneer DJM-800, Sony MDR V-700, Traktor Scratch Pro mit Audio 8 DJ Soundkarte, Apple iPhone mit Star6 Sample-Instrument und ScreechPad sowie Noise.IO Synth Pro sowie Apple MacBook Pro. Dazu, für den Live Einsatz, selbst gebaute Ständer für zwei Laptops links und rechts über den Turntables sowie ein Metalllaptopständer für die Positionierung über der Mixereinheit. Das Alles auf einem selbst gebauten Plattenschrank mit metallisch-bezogener MBF Platte.

Seit ich 2004 mit dem Auflegen begonnen habe steht mein Set – damals natürlich mit anderem Mixer – bereits auf meinem selbst gebauten Pult. Allerdings wird dies beim Auszug abgeschafft und durch ein anderes ersetzt werden. Ob dies wieder als Eigenbau passiert oder ich ebenfalls den Gang zum schwedischen Möbelhaus antrete, überlege ich mir dann spontan. Das Pult war damals nämlich nur für zwei Plattenspieler und einen Mixer konzipiert, nicht aber für zusätzliches Equipment. Und über genau das sinniere ich derzeit: Kaoss Pad III? Allen & Heath X:One 2D? Native Instruments Maschine? Oder doch der Zweitlaptop mit Ableton Live, damit ich das DJ Set um den Live-Gig Faktor erweitern kann. Das alles steht noch in den Sternen, aber so lange wird in der Rückenschonenden Höhe entspannt weiter gerockt.

Loco's setup

IMG_0470

Sony MDR

Traktor Scratch Pro auf MacBook Pro

Shure M44-7 auf Reloop-Headshell

Pioneer DJM 800

Loco's setup

Korg’s kleiner Chaot schimpft sich Kaossilator und Kaos kann man damit schnell erreichen….mehr dazu aber später!

Die kleine Schachtel erinnert auf den ersten Blick an einen eskalierten Gameboy, und in der Tat, so etwas ähnliches ist es auch, ein Synthboy. Ein Synthesizer mit lauter kleinen Phasen drin, die über ein Touchpad abgefeuert werden. Der Kaossilator hat keinen Stepsequencer in dem man Notenwerte setzten kann, sondern nur einen zuschaltbaren Arpeggiator und verfügt über eine Recordingfunktion.

Nach und nach werden Sounds übereinander gelayert, bis ein kleiner Song Track entsteht. Hierbei stößt der Taschenmusikant schnell an die Grenzen der Mikroelektronik, denn einmal aufgenommene Parts können weder gemutet noch einzeln gelöscht werden. Gespeichert werden kann auch nichts, schaltet man das Gerät aus, wandert die kleine Spontansession ins digitale Nirvana. Im Bus mal eben einen gerockten Song abspeichern, kann der Nanosynthesist daher vergessen.

Die Sounds des Kaossilator sind auf sieben Kategorieren verteilt: Lead, Accustic, Bass, Chord, SE (Special), Drums (Singleshots) und Drum-Pattern. Diese Sounds entlockt der kleine Synth aus Korgs MMT-Synthese (Multi Modelling Technology). Und in der Tat, viele der Sounds sind beeindruckend für so eine kleine Schachtel. Besonders empfehlenswert fand ich die Bänke Bass und Special.

Um die Klänge etwas aufzubretzeln, wurden werksseitig hier & da reichlich Effekte wie Reverb oder Delay, oft beides, dran gehängt. Abschalten kann man die Effekte nicht, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Auch anderweitig lässt sich nichts tweaken, lediglich die Grundtonhöhe kann man einstellen, in dem man “Scale” und “Tap” gemeinsam drückt und dann via Wahlrad zwischen den Oktaven switched.

Schwerlich vermisst habe ich im Kaossilator eine Quantisierungsfunktion. Besonders bei der “Eingabe” der Drumshots heißt es Try & Error, es sei denn, man ist timingfest wie ein Stepsequencer. Bei einigen Nutzern des kleinen Synthesizers dürfte genau das nicht der Fall sein. Einzige Spielhilfe ist der Arpeggiator. Der ist nicht frei programmierbar, statt dessen liefert er 50 Arpeggien als Vorlage.

Auch die Drums sind bestenfalls als Beigabe zu verstehen. Die Drumpattern sind ein wenig schwach auf der Brust und gehen “im Mix” schnell unter, sobald zu viele Phrasen aufgenommen wurden. Die Singleshots sind zwar wesentlich druckvoller, jedoch mangels Quantisierung schwierig zu “programmieren”.

Doch trotz allem, der Kaossilator hat für ein so ein Gerät eine Menge zu bieten. Es ist eine Art Effekt-iPod für den Freizeitmusikanten. Die Qualitäten des Korg Kaossilators im Detail, der derzeit für einen Straßenpreis von ca. 140 € zu bekommen ist, zeigen wir euch im zweiten Teil. In diesem bekommt ihr das Gerät live im Einsatz zu sehen.

Korg Kaossilator

Korg Kaossilator

kaoss03

kaoss04

Korg Kaossilator

Show me your DJ-setup – Don Rossi

Posted by Livic On Oktober - 1 - 2009

In diesem Teil der Serie zeigt uns Don Rossi sein Set up. Der Oldenburger DJ kommt als Gast innerhalb der Serie vor, da er u.a. aus dem Dunstkreis von DNMK bzw. hauptsächlich vom Lonesome Rider Leptomorph kommt und somit nicht nur zum gemeinsamen Umtrunk heran gebeten wird!

Ich bin, wie man unschwer sehen kann, CD-Jockey… und das aus Leidenschaft! Nicht, weil ich den Sound so viel besser finde als den von Vinyl (andere Diskussion), sondern, weil mir der kleine Silberling eine ganze Menge Möglichkeiten bietet bei denen das schwarze Gold nicht mithalten kann (nur um einige zu nennen: weniger Gewicht, Möglichkeiten zur Trackmanipulation, Loop- und Cue Points). Natürlich leisten das auch die Digital Vinyl Systeme, aber nach gut 2 Jahren des Auflegens mit Serato war ich die Stöpselei vor und nach dem Gig leid (die man dann u.U. während des Sets eines Kollegen durchführen muss) und so nahmen dann die CD-Player den Platz der guten alten Technics ein.

Aktuell stehen bei mir die Pioneer CDJ-1000 MK3 im Wohnzimmer, die den Pioneer DJM-800 Mixer flankieren. Die 1000er haben Ende letzten Jahres die CDJ 800 MK2 abgelöst… zu meiner Schande muss ich sagen aus Stylegründen: Irgendwie sah das mit den silbernen Playern einfach nicht so dolle aus. Ja ich weiß… das ist saudekadent, worüber sich mein Kopf auch immer noch ärgert. Technisch hat sich mein Auflegen nämlich nicht verändert: Loops und Acapellas werden weiterhin on-the-fly eingespielt, die Cue-Points werden ebenfalls vor Ort gesetzt. Treu bleibe ich meinem Kopfhörer, dem Sennheiser HD 25-1, der mir seit vielen Jahren treue und hervorragende Dienste leistet.

Als Unterlage für das Equipment dient, wie wohl bei mind. 50% der DJs das Expedit-Regal des kleinen sympathischen schwedischen Möbelhauses um die Ecke. Allerdings wurden es mit 6 ordentlichen Rollen gepimpt um die Mobilität des Heiligtums bei ggf. nötigen Esstischerweiterungen zu gewährleisten (Kompromiss an die bessere Hälfte*). Da man ja auch zuhause etwas hören will, verrichten 2 Alesis M1 Active 520 Monitorboxen ihren Dienst, tatkräftig unterstützt von einem aktiven Subwoofer von Fame.

Besonderen Wert lege ich darauf, dass momentan zwar keine Plattenspieler in meinem Set-Up vorhanden sind, meine Vinyls aber immer ein Teil davon sein werden, und sei es  nur zur Dekorationszwecken.

Don Rossis Setup

Don Rossis Setup

Don Rossis Setup

* Sissy! (Anm. d. Red.) ;)

[Im Test] Sennheiser IE8

Posted by Livic On September - 29 - 2009

sennheiser_ie8

Mein liebstes Kind, der Sennheiser IE8, kommt nun endlich zum Zuge. Unsere Testbank ist erstaunlicher Weise sehr voll und nach der kürzlichen Vorstellung des PXC 450 wollte ich nicht zu lange auf den IE8 warten lassen.

Große Worte brauch man über einen In Ear Kopfhörer nicht verlieren. Die Trageart und die damit verbundenen Eigenschaften sind heraus stechendes Merkmal eines jeden In Ears. Der IE8 ist aber nicht einer der Kandidaten, die man sich einfach in den Gehörgang steckt und gut ist. Die schon recht großzügige Bauweise lässt schon schließen: Da geht mehr!

Zunächst zum sehr umfangreichen Zubehör. Im hochpreisigen Segment scheint Sennheiser den Käufern gern mit ein paar Goodies überraschen zu wollen. Nicht das eine Transporttasche, wie beim PXC 450, nun eine Überraschung ist. Allerdings sind bei den Sennheiser-Goodies bedachte Kleinigkeiten das stilvolle Maß der Dinge. Beim PXC 450 war es die besondere Einpassung des Kopfhörers in der sehr hochwertigen Tasche, bei dem IE8 gibt es ein kleines Schiebe-Case mit viel Zubehör, welches man zwar nicht unbedingt unterwegs braucht, aber wenn man alles an einem Platz weiß…

sennheiser_ie8b

Auf den Punkt gebracht: Neben dem Kopfhörer ist das Case, gefüllt mit weiteren Ohrstöpseln und einem Reinigungsstick, dabei. Marginal aber sinnvoll. Weiterhin sind bei dem Paket ein Klemmhalter für’s Rever und Ohrbügel, um die In Ears am Ohr zu arretieren.

Ein letzter Pluspunkt, bevor ich endlich zum Sound komme, ist der mögliche Wechsel der Kabel. Die Apparate können recht leicht vom Kabel getrennt werden und mit einem neuen versehen werden. Zum Teil überrascht einen das Mitdenken, zum anderen erwartet man auch genau dieses.

Sound: Marvelous! … Ich könnte es so stehen lassen, möchte euch aber mit ein paar Details langweilen! Anhand der verwendeten Stöpsel sind die Kopfhörer fest im Ohr, so fest, dass sie sich durch satten Bass auch gefühlt in den Ohrkanäl saugen und somit der Sound tatsächlich noch satter wird. Ich mag dieses Gefühl, weil es einen echt von der Außenwelt abschottet, man aber auch nicht bis zum Anschlag aufdrehen muss, um vernünftig Musik hören zu wollen. Wenn man denn aber gerade eine Stelle hat, die den Wunsch “Jetzt aber” aufkommen lässt, muss man sich weniger Gedanken um die Umwelt machen, die bekommen trotz dessen recht wenig bis nichts von dem was man gerade feiert mit. Die voluminöse und geschlossene Bauweise beherbergt anscheinend eine recht anständige Menge Technik, die dem Hörgenuss nicht viel dazwischen kommen lässt.

Laut Auszeichnung ist der Kopfhörer eher für Pro-Anwendungen, denn für private zu benutzen. Allerdings zeigte sich schon öfter der Anspruch als audiophiler Mensch auf Pro-Hardware zurück zu greifen, insbesondere auf die von Sennheiser, da man dadurch schon vor dem Hören ein gutes Gefühl bekommt und letztendlich doch der bessere Klang überzeugt und bestätigt. Dies soll jetzt bitte nicht als Werbepost verstanden werden. Ich benutze schon seit über 10 Jahren Sennheiser Kopfhörer und werde von Jahr zu Jahr überzeugter, denn mein alter HD 25 zeigt praktisch kaum Verschleiß bei den klangrelevanten Teilen, wenn auch die Kabel und Polster schon mal gewechselt werden mussten, was in Anbetracht der recht harten Nutzung über mehrere Jahre nicht weiter verwunderlich ist.

Der IE8 wird im Schnitt für ca. 200 Euro bei amazon.de und anderen Händlern angeboten.